Getriebeölwechsel Audi A6 2.0 ALT ANLEITUNG – Sinnvoll?

Kürzlich habe ich das Getriebeöl bei meinem Audi A6 4b 2.0 ALT Baujahr 2001 gewechselt. Es ist zwar ein Handschalter, aber ab 180.000 KM Laufleistung ohne einen Wechsel ist es durchaus angebracht, es mal zu wechseln.

Wahrscheinlich wisst ihr schon, dass Audi (und andere Hersteller) von einer Lifetime-Füllung sprechen. Allerdings ist es wie mit den Longlife Motorölen: sie sind SHIT (mMn.). Mit der Zeit sammelt sich metallischer Abrieb in eurem Öl, der den Verschleiss, theoretisch, mit der Zeit weiter beschleunigt, da der Abrieb im Öl wiederum mehr Reibung erzeugt.

Natürlich ist es schwer zu beweisen oder rauszufinden, ob ein Getriebeölwechsel das Leben eines alten Getriebes (wie in meinem Fall) verlängern kann, aber wenn man logisch nachdenkt, kann man durchaus davon ausgehen. Zumindest gehe ich (und wenn man googelt viele andere Autofahrer auch) davon aus.

Ein weiterer Punkt, der für einen Wechsel spricht, ist die Wirkung bei Automatikgetrieben, denn bei diesen berichten sehr viele Fahrer von einer positiven Wirkung nach dem Wechsel.

Die Kosten für den Getriebeölwechsel

Die kosten sind überschaubar, ein weiterer Punkt, der für einen Wechsel spricht, denn wer ein Enthusiast ist und seinen alten Wagen liebt, investiert besser auch, um noch lange Freude daran haben zu können und evtl. sogar den Verschleiß am Getriebe zu verzögern.

Ich habe gezahlt:

Insgesamt hat mich der Wechsel also gerade mal 49€ gekostet. Eine freie Werkstatt wollte 180€ dafür.

Tipp: es müssen bei mir laut Addinol Ölfinder 2,25 Liter in’s Schaltgetriebe. Da könnt ihr auch nach schauen, wie viel ihr benötigt.

Dauer und Schwierigkeitsgrad

Gedauert hat die ganze Prozedur maximal 30 Minuten ohne Anfahrt, wenn man es schon mal gemacht hat und eine große Pumpe besitzt, geht das aber auch locker in 10 Minuten oder schneller.

Wie funktioniert der Wechsel?

Am Getriebe hat man sowohl eine Einlass- als auch Auslassschraube.
Diese sind leider nicht immer gleich und ggf. benötigt man Spezialwerkzeug. Bei meinem war es die Auslassschraube, welche eine Vielzahnschraube war und somit mit üblichem Werkzeug nicht zu öffnen war. Deshalb musste ich auf Ausleihwerkzeug von der Werkstatt zurückgreifen. Leider kann ich euch auch nicht die exakte Größe nennen, ist bei jedem Getriebe sehr wahrscheinlich auch anders. Die Schraube sitzt direkt unter dem Getriebe (siehe Fotos).

Die Einlassschraube müsste ein 17er Imbus gewesen sein und ist in Fahrtrichtung auf der linken Seite bei meinem Audi (siehe Fotos).

Zuerst öffnet man die Einlassschraube und dann die Auslassschraube und wartet, bis alles raus läuft. Das Öl fängt man natürlich mit einem Gefäß auf (z.B. Eimer) und lässt es danach fachgerecht entsorgen, ihr könnt es idR. auch da hin senden, wo ihr euer neues Öl gekauft habt. Ich konnte meins kostenlos bei der Werkstatt lassen.

Das alte Öl sah noch einigermaßen in Ordnung aus, nicht so schwarz, wie ich es von anderen Bildern kannte, allerdings nicht vergleichbar mit dem neuen. Ich würde sagen es war zu 50% schwarz.

Ich habe einfach die alten Schrauben wieder verwendet. Seid vorsichtig beim Zuschrauben, denn ihr schraubt in ein Alugehäuse, zieht sie also nicht zu fest (max. 40 nm?).

Lohnt sich der Wechsel?

Ich würde sagen ja, auch wenn es nur das Gewissen beruhigt. Bei mir war es vor dem Wechsel so, dass im kalten Zustand die Gänge etwas schwerer rein gingen als nach längeren Fahrten und der erste Gang immer nur schwer rein ging, wenn der Wagen rollte. Das hat sich um etwa 30-50% gebessert nach dem Wechsel. Man benötigt nicht mehr so viel „Gewalt“ und es „rutscht“ besser, würde ich sagen. :P







Fotos vom Getriebeölwechsel

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Video Anleitungen von „Auto Reparatur Tutorial“ (bei BMW Fahrzeug)

Beim Handschalter:

Beim Automaten (Teil 1):

Teil 2:

 

Nachtrag 22.05.2016:

Nach etwa 150 KM Fahrt habe ich das Gefühl, dass die Gänge nun ein wenig mehr „Krachen“ beim Einlegen. Besonders die ersten drei. Erst dachte ich, es läge daran, das wir nach dem Getriebeölwechsel nicht durchgeschaltet haben und anschließend nachgefüllt, somit zu wenig Öl drin haben. Dies soll wohl aber nur bei Automtik-Fahrzeugen notwendig sein (googelt es, wenn ihr einen Getriebeölwechsel am Automaten vor habt). Oder daran, dass etwas Luft mit kam in’s Öl.

Auf Nachfrage in der Audi A6 / S6 / RS6 / Allroad 4B C5 Facebook Gruppe, teilte mir ein Nutzer mit, dass evtl. durch das neue Öl weniger Reibung stattfinden kann (die alten winzigen Metallspäne wurden ja raus gespült!) und deshalb meine Synchronringe nun offensichtlicher Geräusche verursachen.
Die Geschichte hat somit auch ihre Schattenseiten, aber die positiven Effekte überwiegen für mich (siehe Anfang des Beitrags).

Nachtrag 31.05.2016:

Nach mehreren hundert Kilometern „Einfahren“ des neuen Getriebe-Öls, habe ich das Gefühl, dass das Getriebe sich deutlich sanfter schalten lässt. Nicht vergessen: ich fahre einen Handschalter! Würde den Wechsel uneingeschränkt weiter empfehlen und bei einem „neuen Gebrauchten“ auf jeden Fall erneut durchführen. Beim Automatik ist ja bekannt, dass ein Wechsel auch mal Probleme löst.

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