Die Abzockmethoden der Fitness Center / Studios

Herzlichen willkommen zu meinem Artikel.

abzocke

Fitnessabzocke !? Man sollte immer wissen, was man da eigentlich unterzeichnet …

Hier erläutere ich, warum ich mich von Fitness Centern bzw. Studios abgezockt fühle und deren Vorgehen in meinen Augen Abzockmethoden sind. Seit meiner Jugend war ich immer wieder mal Mitglied in einem Fitnessstudio (etwa 6 Jahre mal hier mal da) und jedes mal war es quasi die gleiche Geschichte. Ich bin mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sicher, dass dieser Trend in den USA seinen Ursprung hatte und hier einfach eins zu eins (1:1) kopiert und umgesetzt wurde. Auf mich macht es sogar den Anschein, als ob die Fitnesscenter sich untereinander verschworen (bzw. abgesprochen) haben.

Aber schauen wir uns doch mal …

Meine Kriterien für ein hervorragendes Fitness Center

an. Ein gutes Fitness Studio liegt für mich nicht weit entfernt von meiner Wohnung. Bedeutet ich kann im Optimalfall auf’s Auto verzichten ( damit die zusätzlichen Spritkosten sparen und für was anderes nutzen, von der kleinen Umweltbelastung mal abgesehen :D ) zusätzlich habe ich damit nie Probleme, falls mein Auto mal kaputt gehen sollte oder ich anderweitig darauf verzichten müsste. Da ich in Frankfurt wohne, habe ich den Vorteil, dass man quasi überall mit der Bahn hinkommt. Klar man muss meist stehen, weil sie meiner Meinung nach total überfüllt sind, aber man kommt an. Kürzere Fahrten (ich würde max. 10 Minuten in Kauf nehmen zum Fitness) sind auf jeden Fall erträglich. Wichtig ist mir auch, dass ich nicht umsteigen muss, sondern in einer Fahr sofort zum Studio komme. Denn was im ersten Moment nicht so schlimm wirkt, verdirbt auf Dauer den Spaß. Vor allem im Winter hat man keinen Bock bei der Kälte von der Bahn in den Bus und sollte sich eines von beiden verspäten darf man eine halbe Stunde in der Kälte stehen. Geht gar nicht.

Dieser Punkt schränkt die Auswahl des richtigen / besten Fitnessstudios bereits stark ein, denn meine Zeit (das wichtigste in meinem Leben) und auch mein Geld sind begrenzt.

Hier können die Studios natürlich nicht viel falsch machen, außer, dass sie sich wahrscheinlich miteinander absprechen (könnten).

Als zweiten Punkt sehe ich die Mitgliedskosten

Diese dürfen natürlich nicht zu hoch sein. So klingen die in der (Außen)Werbung stehenden 20€ erstmal günstig, doch informiert man sich genauer, erfährt man schnell, was da eigentlich los ist.

 

Die erste Masche: 14 Tägige Abrechnung

Manche Fitnessstudios rechnen monatlich ab, andere wiederum 14 tägig. Macht auf den ersten Blick keinen Unterschied, oder? Das Problem ist allerdings, dass NICHT JEDER MONAT GLEICH VIELE TAGE HAT. Rechnen wir doch mal nach.

Bei sagen wir 365 Tagen im Jahr sind das also 52 Wochen (365/7) die wir zahlen müssen. Bei monatlicher Abrechnung sind es jedoch lediglich 48 Wochen die wir dort bezahlen. Man zahlt also jedes Jahr einen kompletten Monat umsonst, bei 14 tägiger Abrechnung.

 

Die zweite Masche: die Anmeldegebühr

Fitness Center erheben eigentlich immer eine Anmeldegebühr, die höchste die ich gesehen habe ging bis zu 150€. Wofür die ist, weiß sicherlich keiner, denn bei bestimmten Aktionen fällt diese auch gerne einfach mal weg. Sie wird also wahrscheinlich nicht erhoben, weil tatsächlich etwas für’s Studio teuer kommt bei einer Neuanmeldung, sondern wohl einfach mMn. aus Profitgier (so wie die anderen hier beschriebenen Maschen). Diese sollte IMMER auf den Beitrag drauf gerechnet werden, es sind also schon deutlich mehr, als „nur“ die 20€ 14 tägig.

 

Die dritte Masche: Rabatte gegen jahrelange Bindung

Kundenbindung ist für jedes Unternehmen wichtig. Doch meiner Meinung nach sollte dies erreicht werden, in dem man die besten Konditionen mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis anbietet, also einen so guten Gegenwert für das Geld, dass der Kunde weder abspringt noch den Vertrag im Nachhinein bereut. Dies konnte ich leider in keinem einzigen meiner bisherigen Fitness Studios erkennen (außer einem, dass wirklich sehr viel Platz bot, dazu Sauna, Tennis, eine Schwimmhalle und noch einige kleine Extras für insg. 50€ im Monat, allerdings war ich hier auch auf zwei Jahre gebunden für ein Jahr Bindung hätte es 60€ pro Monat gekostet). Sollte man sich also an Neujahr anmelden (da gibt es immer diese tollen Rabatte mit entfallender oder reduzierter Anmeldegebühr!) mit seinen guten Vorsätzen, aber im Februar bereits die Motivation verlieren (weil man etwa das falsche Studio gewählt hat und der Weg zu lange dauert / zu umständlich ist), kommt man aus dem Vertrag (fast) nicht mehr raus. Bei Abschluss eines (oder zwei) Jahresvertrages muss man sich also darüber im klaren sein, dass man gerade verpflichtend 300 – 800€ auf den Tisch legt. Für ein einziges Jahr Fitness, egal ob man das Studio dauerhaft in Anspruch nehmen will und wird oder nicht.







Vorzeitig aus dem Fitness Studio / Center Vertrag austreten bzw. kündigen

Ein wichtiger Punkt den ich hier gerne erwähnt haben möchte. Man hört immer wieder, man könne in Sonderfällen aus dem Vertrag austreten. Dies ist korrekt, allerdings auch nur, wenn man tatsächlich mehr als 30 km (etwa so war das?) umzieht oder wenn man schwer krank wird.

In einem meiner Fälle hat ein einfacher Brief mit Schilderung persönlicher Probleme so wie Umzug nichts geholfen. Darauf wurde nicht eingegangen und mir wurde gesagt ich wäre dann im nächsten Jahr gekündigt (regulär). Daraufhin musste ich erst offizielle Bescheinigungen holen mit einem bestimmten Wortlaut (dauerhaft Sportunfähig MUSS z.B. in einem ärztlichen Attest stehen, ansonsten wird es gerne mal nicht akzeptiert! Der Krankheitsgrund muss nicht drin stehen. Solche Atteste werden idR. von Hausärzten auch NUR vergeben, wenn man tatsächlich schwer krank ist.) Bei einem Umzug muss wohl eine offizielle Meldebescheinigung (evtl. Kopie) eingeschickt werden.

Man wird also auch nicht einfach so aus Kulanz mal entlassen. Auf solche Anfragen wurde in meinem Fall gar nicht eingegangen bzw. nur die reguläre Kündigung (also in einem Jahr) erklärt. Vorsicht!

Die vierte Masche: (halb- oder ganzjährige) Service Gebühren

Gerne werden zu den bereits erwähnten Machenschaften + Gebühren, wen wundert’s? Noch mal Gebühren drauf geschlagen. Und das halb- oder ganzjährig, meiner Meinung nach, damit der Endkunde nicht sofort merkt, dass der Beitrag eigentlich viel höher ist, als auf der (Außen)Werbung steht.

Diese Betragen gerne mal 36 – 90€, je nach dem, ob sie halbjährig oder ganzjährig anfallen. Diese sollte man in jedem Fall in den Grundpreis einrechnen, genau wie Anmeldegebühr und alles andere, dass anfällt.







 

Rechnen wir ein letztes Mal nach ..

Rechnen wir also ein letztes Mal nach, geworben wurde in diesem (erfundenen aber dennoch praxisnahen) Beispiel mit 20€ 14 tägig. Durch den zusätzlichen Monat sind das jährlich (!) 520€. Aber das ist, wie wir wissen, noch lange nicht genug. Hierzu kommt der Anmeldebeitrag von sagen wir 60€, dieser macht pro Monat nochmal einen Aufschlag von 5€ aus, für das erste Jahr allerdings nur. Sind wir also schon nicht mehr bei etwa 43€ im Monat sondern bei 48€ im Monat und aufs Jahr (!) gesehen bei etwa 576€. Aber das ist doch noch lange nicht alles. Hinzu kommt ja auch noch die Service Gebühr von sagen wir 40€ halbjährig. Das wären noch mal 80€ extra im Jahr und auf den Monat gerechnet etwas weniger als 7€. Beim ersten Jahr währen wir also nicht bei den anfänglich gedachten 520€ sondern bereits bei stolzen 656€ (welche nach dem ersten Jahr um 60€ abfallen (wegen wegfallender Anmeldegebühr)) und danach zahlen wir 596€ jährlich, in diesem Beispiel.

Die Service Gebühr lässt sich in den meisten Fällen auch nicht raus-verhandeln. Diese sei Pflicht und man fände kein Studio, dass diese nicht hätte, sagte man mir in einem Fall.

Wer gerne Geld verschenkt oder auf mMn. unseriöse Tricks steht, könnte sagen, das ist es mir wert, allerdings ist dieser Beitrag für normal denkende (und durchschnittlich verdienende) Menschen gedacht.

 

Fazit

Man zahlt einfach zu viel für ein bisschen Fitness, die Gegenleistung sollte bei einem solchen Vertrag also definitiv stimmen (sauberes Studio, nicht überfüllt, sichere Spinnte (sonst werden Wertsachen geklaut und man verliert dort noch mehr Geld, kam oft genug vor), nettes Personal etc.). Sind diese Dinge nicht erfüllt sage ich auf jeden Fall Finger weg davon und ein anderes suchen.

Schade finde ich, dass die Endkunden so gut wie nie darüber vollständig aufgeklärt werden, die Einsicht kommt meist zu spät und dann ist der Vertrag schon unterzeichnet und man bezahlt die meiner Meinung nach unnötigen extra Gebühren.

Und richtig schade finde ich es, dass ich noch kein einziges Fitness Center gefunden habe, dass diese Spielchen nicht spielt. Ich wünsche mir: niedrige Beitragsgebühren, monatliche (oder zumindest halbjährliche) Kündigungsmöglichkeit und keine extra Gebühren oder Tricks wie z.B. die 14 tägige Abrechnung, bei der man einen ganzen Monat umsonst mit bezahlt. Da sollte vielleicht das Gesetz mal einen Riegel vorschieben in Sachen Verbraucherschutz.

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